Typografie ist die Geheimwaffe jedes großartigen Designs.

Designer grübeln lange über Farbpaletten, Bilder, Layouts… Ein Element, das sie dabei jedoch häufig übersehen, ist das, was über Erfolg oder Misserfolg eines Designs entscheiden kann – die Typografie.

Hier ist die Wahrheit:

Gute Typografie kann ein ohnehin schon gutes Design noch besser machen. Schlechte Typografie hingegen kann ein Design im Handumdrehen ruinieren, selbst wenn der Rest wunderschön ist.

Am deutlichsten wird dies wohl bei Buchcovern . Gute Typografie liefert dem Leser alle notwendigen Informationen, noch bevor er den Titel gelesen hat.

Das ist im Lieferumfang enthalten:

  • Warum Typografie wichtiger ist, als Sie denken
  • Die Macht der Buchcover-Typografie
  • Häufige Typografiefehler, die Sie vermeiden sollten
  • So verbessern Sie Ihre Typografie-Kenntnisse

Warum Typografie wichtiger ist, als Sie denken

Typografie ist mehr als nur die Auswahl einer schönen Schriftart.

Typografie ist Kommunikation. Jede Schriftart hat ihren eigenen Charakter. Die Buchstabenabstände beeinflussen die Wirkung auf den Leser. Die Hierarchie bestimmt, was zuerst wahrgenommen wird.

Denk darüber nach…

Ob Filmplakat, Magazinseite oder eines der unzähligen Buchcover im Regal – die Typografie spielt eine entscheidende Rolle. Sie prägt den Tonfall, noch bevor man ein einziges Wort gelesen hat. Die Typografie eines Buchcovers verkauft Ihre Geschichte im Handumdrehen.

Gute Typografie leistet drei Dinge:

  • Erzeugt sofortige emotionale Wirkung
  • Führt den Blick durch die Design
  • Baut Vertrauen und Glaubwürdigkeit auf

Fehlt auch nur eines dieser Elemente? Dann wirkt Ihr Design wirkungslos.

Zahlen lügen nicht. Studien haben ergeben, dass 57 % der Menschen Bücher allein aufgrund ihres Covers kaufen. Die Typografie spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Ziemlich verrückt, oder?

Die Macht der Buchcover-Typografie

Bei der Typografie von Buchcovern kommt das Handwerk erst so richtig zur Geltung.

Sekunden. So viel Zeit haben Sie, um die Aufmerksamkeit eines Lesers zu gewinnen. Auf Amazon wird Ihr Cover als kleines Vorschaubild auf dem Smartphone des Nutzers angezeigt. Ist Ihr Titel in dieser Größe nicht lesbar, ist der Verkauf schon vor dem eigentlichen Kaufvorgang verloren.

Hier kommt die Typografie ins Spiel.

Das bewirkt eine gelungene Buchcover-Typografie:

  • Sorgt dafür, dass der Titel auch in Miniaturansicht lesbar ist.
  • Signalisiert sofort das Genre
  • Erzeugt eine Stimmung oder einen Ton
  • Trennt das Buch von allen anderen Einbänden auf der Seite.

Stellen Sie sich das Cover eines Thrillers vor. Dicke, fette, schmale serifenlose Schriftarten. Harte Kanten. Extremer Kontrast. Spannend, noch bevor man die Inhaltsangabe gelesen hat.

Stell dir das Cover eines Liebesromans vor. Verschnörkelte Schriftarten. Verspielte Buchstaben. Ein warmfarbiger Hintergrund. Die Typografie sagt viel über den Inhalt aus.

Wählt man den falschen Typ, sendet man das völlig falsche Signal.

Statistiken großer Einzelhändler zeigen, dass typografisch ansprechende Cover in den Suchergebnissen 28 % besser sichtbar sind als solche, bei denen der Text von ablenkenden Bildern unterbrochen wird. Das ist ein enormer Vorteil, und die Umsetzung kostet Sie keinen Cent extra.

Häufige Typografiefehler, die Sie vermeiden sollten

Selbst erfahrenen Designern unterlaufen Fehler, wenn es um Typografie geht.

Dies sind die häufigsten Fehler, die bei Coverarbeiten immer wieder auftreten:

Zu viele Schriftarten

Das ist Fehler Nummer eins. Verwenden Sie nur zwei Schriftarten. Drei sind eine Notlösung. Wissen Sie, was Sie tun. Bei mehr als drei Schriftarten wirkt Ihr Design überladen.

Jede zusätzliche Schriftart ist störend. Jede zusätzliche Schriftart zwingt den Leser zu mehr Anstrengung. Und wenn der Leser mehr Anstrengung unternehmen muss, scrollt er weg.

Schlechter Kontrast

Wenn der Titel in der Masse untergeht, wird ihn niemand lesen.

Kontrast ist unerlässlich. Titel müssen hervorstechen. Autorennamen müssen lesbar sein. Wenn jemand die Augen zusammenkneifen muss, um etwas zu lesen, ist das Design misslungen – egal wie „künstlerisch“ es auch wirken mag.

Hierarchie ignorieren

Jedes gute Cover hat eine klare Lesereihenfolge:

  1. Der Titel
  2. Der Name des Autors
  3. Der Slogan oder Untertitel
  4. Auszeichnungen oder Empfehlungen

Wenn das Auge keinen Halt findet, geht das Design verloren. Hierarchie schafft Abhilfe.

Verwendung der falschen Genre-Hinweise

Warum sollte man für einen Horrorroman eine verschnörkelte Schriftart verwenden? Oder für ein Kochbuch eine grobe Grunge-Schriftart?

Unpassende Schriftarten senden widersprüchliche Signale an Ihre Leser und verfälschen Ihren Inhalt. Die Wahl der Schriftarten sollte zu Ihrem Genre passen. Punkt.

Schlechtes Kerning

Kerning bezeichnet den Abstand zwischen Buchstaben. Ein schlechtes Kerning kann ein professionell gestaltetes Design in Sekundenschnelle ruinieren.

Nur zu, passen Sie es manuell an. Standardeinstellungen in Software sind fast nie richtig, insbesondere bei größeren Formaten.

So verbessern Sie Ihre Typografie-Kenntnisse

Sind Sie bereit, Ihre Typografie endlich wirkungsvoll einzusetzen?

Befolgen Sie diese Schritte und Sie werden sofort eine Verbesserung Ihrer Designs feststellen.

Studieren Sie die Bestseller

Schau dir bei Amazon die aktuell zehn meistverkauften Bücher des Genres an, für das du Designs entwirfst. Welche Schriftarten werden verwendet? Welche Größe? Welche Strichstärke?

Genres haben aus gutem Grund ihre Konventionen. Leser erwarten sie. Wer sie bricht, tut dies auf eigene Gefahr.

Testen Sie in Miniaturgröße

Verringern Sie die Breite Ihres Designs auf 100 Pixel. Ist der Titel noch lesbar? Ist der Inhalt des Buches noch klar?

Wenn nicht, dann zurück an den Start.

Der Thumbnail-Test ist das Beste, was man als Coverdesigner tun kann. Wenn es klein gut aussieht, sieht es auch groß gut aus.

Schriftarten mit Bedacht kombinieren

Die besten Schriftkombinationen lassen sich in der Regel auf eine einfache Regel reduzieren: Eine Schriftart für den Titel, eine normale Schriftart für alles andere.

Serifenschriften und serifenlose Schriften. Klassisch. Eine Mischung aus Schreibschrift und schlichter geometrischer Schrift ist wie geschaffen für romantische Momente. Fette, schmale Schrift und eine schlichte Standardschrift schreien förmlich nach Thriller.

Ein paar Tipps zur Kombination:

  • Kombiniere niemals zwei Schreibschriften.
  • Vermeiden Sie die Kombination von Schriftarten, die sich zu ähnlich sehen.
  • Passen Sie die Stimmung beider Schriftarten an die Geschichte an.

Verwenden Sie Leerzeichen

Unübersichtliche Typografie ruiniert jedes Design.

Überladen Sie Ihre Buchstaben nicht. Lassen Sie Freiraum um Ihren Titel herum. Geben Sie dem Weißraum Raum zur Entfaltung.

Das ist einer der häufigsten Fehler von Amateur-Coverdesignern. Sie quetschen jedes Element ohne jeglichen Freiraum auf das Cover. Professionelle Buchcover-Typografie wirkt mühelos. Mühelos? Durch viel Weißraum.

Investieren Sie in gute Schriftarten.

Für Übungszwecke sind kostenlose Schriftarten ausreichend.

Wenn Sie an realen Projekten arbeiten, sollten Sie natürlich professionell gestaltete, schöne Schriftarten von Anbietern wie Adobe Fonts oder MyFonts oder von einzelnen Schriftdesignern verwenden. Der Unterschied ist enorm.

Alles zusammen bringen

Typografie ist Ihr bestes Gestaltungsmittel und wird stark unterschätzt… Gerade bei Buchcovern kommt es auf die Typografie an.

Die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:

  • Großartige Typografie kommuniziert, noch bevor ein einziges Wort gelesen wird.
  • Schlechte Typografie kann selbst das schönste Design ruinieren.
  • Vermeiden Sie zu viele Schriftarten, schlechten Kontrast und eine schwache Hierarchie.
  • Testen Sie das Design immer in Miniaturgröße.
  • Ordnen Sie Ihre Typauswahl dem Genre zu.

Lernen Sie diese Prinzipien, und Ihre Designs werden aus den richtigen Gründen glänzen. Ignorieren Sie sie, und selbst großartige Arbeiten werden zu unbemerktem Ballast.

Typografie ist keine Dekoration. Typografie ist Gestaltung.

Autorin